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Manuela Karin Knaut

Malerin, Deutschland

Die malerischen Arbeiten von Manuela Karin Knaut spiegeln viel von der Begeisterung der Künstlerin für das Reisen, das Erkunden unbekannten Terrains, und unweigerlich damit verbunden das Verlassen der eigenen Komfortzone wieder. Das tägliche „Durcheinander“ in den Straßen Johannesburgs, das für deutsche Augen so ungewohnt chaotisch und wenig geordnet wirkende Leben in den Townships, die bunte Vielfalt in den engen Gassen Accras, die unverputzten, brüchigen Mauern, die Graffitis der Straßenkünstler in Brooklyn, das Leben und Treiben an den unterschiedlichsten Enden der Welt: Es ist das Bruchstückhafte, das charmant Unperfekte und an vielen Stellen behelfsmäßig wirkende, das Manuela Karin Knaut fasziniert und in ihre Bildsprache einfließen lässt. Die gleichzeitig farbgewaltigen und harmonischen Unikate sind weltweit gefragt und finden insbesondere bei US-Kunstsammlern sehr großen Anklang.

Knaut lebt diese Rast- uns Ruhelosigkeit, diese fast kindliche Neugier und Abenteuerlust in ihren farbintensiven Werken und in ihren raumfüllenden Installationen aus. Ihre Bilder sind Balanceakte zwischen Farbe, Form und Linie, Fläche und Raum, Abstraktion und Gegenstand, Bild und Schrift. Mit starken Pinselstrichen werden einzelne Farbflächen aufgetragen und schließlich wieder überarbeitet. Eingewoben in den malerischen Prozess sind dabei mehr oder minder definierte Objekte unterschiedlichster Art. Alltägliche Gebrauchsgegenstände mitten aus dem Leben, die sie mal linear konturiert oder auch flächig abbildet, übermalt oder aber partiell freilegt.

Innerhalb ihrer Bilder kombiniert die Künstlerin auf sehr unerschrockene Art eine enorme Materialvielfalt und bleibt damit ihrem Arbeitsstil, der von Elementen der Streetartszene inspiriert ist, treu. Sie klebt Papierreste, Abbildungen, Fotografien, Stoffelemente oder Textteile auf ihre Malerei, schnürt, reißt, tackert, näht oder kleistert gefundene Dinge auf oder in ihre Bildwelten. Sie trägt auf, reduziert, kratzt, reißt, reibt – kein Bild wird wie ein rohes Ei behandelt. In Manuela Knauts großzügigem Atelier mit integrierter Druckwerkstatt geht es mitunter chaotisch zu und in gewisser Hinsicht ähnlich lebendig wie in den Straßen Johannesburgs, New York oder Havanna. Die Auseinandersetzung und Kombination von Malerei und Material führt so unweigerlich zu einer spannenden Entdeckungsreise in die spielerisch-lustvolle, vor allem aber energiegeladene Kunstwelt von Manuela Karin Knaut, die viel Raum für eigene Geschichten lässt und dazu einlädt, die Gedanken spazieren gehen zu lassen.

Biografie

Manuela Karin Knaut, Jahrgang 1970, ist freischaffende Künstlerin und lebt momentan in Braunschweig, Deutschland. Sie erwarb ihren Master of Arts in Fine Arts an der University of the Witwatersrand, Johannesburg. Neben einem Atelier mit Druckwerkstatt in Braunschweig arbeitet sie regelmäßig in Kollaborationen in Johannesburg, Südafrika sowie in weltweiten Projekten.

Seit 2003 Mitglied im Bund Bildender Künstler und in der Association Internationale des Arts Plastiques, GEDOK, sowie The Visual Arts Network of South Africa (VANSA).

Seit 1990 zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, unter anderem in Südafrika, Ghana, Schweiz, Dänemark, England, Österreich, USA, Kirgistan. Ihre Werke finden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen weltweit.

Arbeitsschwerpunkte

Raumbezogene Installationen und skulpturale Interventionen, Malerei, Fotografie.

Ausbildung

Master of Arts (Fine Arts, Schwerpunkt Installationskunst) University of the Witwatersrand, School of Arts, Johannesburg (Südafrika)

Was mich bewegt

Ich bin eine Sachensucherin, eine Sammlerin, eine Spielerin. Leider unordentlich, immer auf der Suche, stets mittendrin – immer dort zu finden, wo alles passiert. Gerne dort, wo die Komfortzone erstaunlich weit weg zu sein scheint, bevorzugt im Epizentrum des Geschehens. Immer auf Reisen. Wenn nicht als Person so in Gedanken oder mit den Augen. Dauerhaft neugierig, manchmal mutig, meistens vorsichtig und stets willens, unter die Oberfläche zu schauen.

Mich interessieren Menschen und ihre Geschichten: Der Wachmann, die Obstverkäuferin, die Fotografin, die ich neulich traf. Die alte Nachbarin, die jetzt im Altenheim lebt. Die alleinreisende Frau neulich im Flugzeug nach Accra, die israelische Malerin auf dem Weg nach New York. Der Großvater mit seinem Enkelkind an der Hand, diese lauten Gruppen scheinbar übermutiger Jugendlicher, das kleine, traurig schauende Mädchen am Straßenrand. Ich sammle ihre Geschichten. Der Zeitungsverkäufer an der Kreuzung, ich spreche jeden Tag mit ihm. Was ist es, was dich bewegt? Was macht dich glücklich? Was ist Heimat für dich, für mich – am einen oder anderen Ende der Welt? Gibt es dieses eine, echte Glück? Was eint uns – was trennt uns? Was bedeutet Verlust, und – ganz nah am Leben – wenn dann plötzlich der Tod zum Thema wird?

Ich sammle. Jeden Tag sammle ich neue Geschichten, Erinnerungen, ich sammle Bilder – in meinem Kopf, mit meiner Kamera. In vielen Kartons, auf vielen scheinbar chaotischen Stapeln sortiere ich, verknüpfe ich, verbinde ich neue Geschichten, Gesichter mit dem, was mir das Leben bislang geschenkt hat. Mit offenen Augen durchschreite ich dieses eine, mein Leben – im Wissen, niemand anderes könnte es je so sehen, so lieben, so erleben wie ich.

Kunstwerke