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Adrian Bedoy

Fotograf, Deutschland

Der deutsche Fotograf Adrian Bedoy kann auf eine langjährige Erfahrung im Marketing- und PR-Bereich zurück greifen und hat nicht zuletzt durch diese Ausbildung einen besonderen Blick auf die Dinge. Seit 1999 widmet er sich intensiv der Fotografie und lehrt seit 2009 als Dozent an der Universität Witten/Herdecke in Darstellungsformen. Als persönlicher Fotograf von Leon Löwentraut begleitet er den Kunststar auf seinen weltweiten Reisen und hält diese fotografisch fest.

Mit seiner aktuellen Serie #ThroughGermanEyes stellt Bedoy moderne Architektur von Megacities und Metropolen in mehrdimensionalen Schichten vor und sorgt beim Betrachter dafür, dass aus bekannt erscheinenden Bauwerken neue Interpretations- und Sichtweisen hervor gerufen werden. Durch die Verwendung von handgefertigtem Plexiglas setzt er die Bilder in mehreren Schichten des Glases um, um ihnen durch überlappende und durchscheinende Qualität eine neue Dimension zu verleihen.

#THROUGH GERMAN EYES

 

Die deutsche Sicht der Dinge vereinigt eine einzigartige Sammlung an Paradoxen: Geprägt von Präzision und Passion für Details, droht sie in ihrem scharfen Fokus das übergeordnete Thema zu verlieren. Nach innen gerichtet scheint sie mitunter zögerlich-zaudernd, aber wird zugleich in der Außenwelt respektiert und für ihr gründliches Wesen hoch geachtet. Sie ist in ihrem soziokulturellen Kontext fest verwoben, sieht sich jedoch stets redlich nach Neutralität strebend.

 

Dieser Spannungsbogen findet sich in Bedoys internationaler Serie #ThroughGermanEyes in unterschiedlichsten Facetten wieder. Das visuelle Thema der Serie zeigt Aspekte von Lebensräumen – in Form von architektonischen, aber auch natürlich entstandenen Monumenten.
„Architektur und Denkmäler unserer Umwelt waren schon immer zentraler Inhalt meiner Fotografie, denn sie vereinen die Essenz von Städten und Ländern, Kulturen und Gemeinschaften. Jede Stadt und jedes Monument schenkt mit eigenen, höchst individuellen Aspekten Orientierung und Identifikation.“

 

Im globalen Zeitalter der Digitalisierung drohen Merkmale der Individualität in den Hintergrund zu rücken, um Stück für Stück einer global einheitlich geprägten Idee der Identifikation zu weichen. Alles wurde bereits innerhalb von Nano-Sekunden gesehen oder kann gesehen werden.
„#ThroughGermanEyes reflektiert in neuer Form Momente und Interpretationen von Architektur und Umwelt in unserer globalisierten Welt der Mega-Cities und Metropolen als eine Übersetzung zur traditionellen klassisch-szenischen Darstellung. Dazu habe ich bewusst auch einen neuen technischen Weg der Umsetzung gewählt: Die außergewöhnliche technologische Perfektion und Raffinesse der physischen Bildproduktion für #ThroughGermanEyes zollt der künstlerischen Fotografie und dem Individualismus im digitalen Zeitalter Tribut.“

Die Serie vereint Monumente aus mehr als 30 Ländern und Städten, darunter Berlin, Düsseldorf, Kopenhagen, London, Tallin, Paris, New York City, Miami, Hong Kong, Ho-Chi-Minh, Bangkok, Shanghai und Kuala Lumpur, fotografiert mit Leica.

 

Individuelle Kompositionen auf multi-dimensionalem Raum.
Die Werke Bedoys erlauben dem Betrachter eine multi-dimensionale Perspektive auf ihr Wesen. Sie hinterfragen und inspirieren die individuelle Wahrnehmung. „In meinen Arbeiten finden sich für den Betrachter viele vertraute Elemente, aber gleichzeitig ist das Seherlebnis durch die in Schichten aufgebaute Werksstruktur ein völlig neues: das Bild konstruiert sich aus unterschiedlichen Perspektiven immer wieder neu. Es lädt dazu ein, die individuelle, auf dem Kontext der eigenen sozio-kulturellen Erfahrung basierte Wahrnehmung wiederholt zu dekonstruieren und bewusst zu erleben.“

 

Jedes Bild wird in einer aufwendigen, von Handarbeit geprägten Produktion auf mehreren Scheiben eines speziellen Plexiglases inklusive einer außergewöhnlichen Rahmenfassung in der Größe von 1 x 1 Metern produziert. Die einzelnen Ebenen werden dabei in unterschiedlicher Reihenfolge auf der Vorder- oder Rückseite mit einer Farbschicht bedruckt. Das Material ermöglicht trotz seines hohen Durchmessers einen Ausdruck von Leichtigkeit, Brillanz und Transparenz.

 

Durch die spezielle Produktionsweise kreiert Bedoy nicht re-produzierbare Kompositionen, die die visuelle Erfahrung förmlich greifbar erscheinen lassen. „Meine Bilder thematisieren den eigenen Perspektivenwandel, den Schritt vom äußeren, technisch-detailbasierten Blick auf das individuelle, emotionale Wahrnehmungserlebnis als Teil der eigenen Identifikation. Dazu war es mir wichtig, dass auch die technische Umsetzung dies widerspiegelt. Jedes Werk ist einzigartig und kann nur einmal in seiner eigenen Form erschaffen werden.

 

Fotografie braucht wie die Malerei ihren ur-eigenen Raum, um ihr einzigartiges Wesen entwickeln zu können.“

Kunstwerke