02161 990 85 80

Raumgreifende Malerei als Erlebniskunst

Erweiterung und Verdichtung: Zwei Begriffe, die in ihrer Wortbedeutung eigentlich Gegensätze darstellen, lassen sich in der Kunst von Maxim Wakultschik als wesentliche, voneinander abhängige Komponenten lesen. Es ist das Auge des Betrachters, das sich dem Werk immer wieder aus verschiedenen Perspektiven und Entfernungen nähert und von diesem entfernt (erweitert und verdichtet), das der Künstler stets im Blick hat, während er seine faszinierenden Bildwelten kreiert.

Autor:
Daniel Janzen
Art Consultant

Ein Atelierbesuch bei Maxim Wakultschik

MIT BEGINN SEINES KÜNSTLERISCHEN SCHAFFENS gibt sich der in Düsseldorf lebende Weißrusse nicht mit den zweidimensionalen Möglichkeiten der Bildkreation zufrieden. Mit beeindruckenden Materialmixen und einer Vielzahl selbst entwickelter Techniken überschreitet Maxim Wakultschik kontinuierlich die natürlich gegebenen Bildgrenzen. Seine Bilder basieren hierbei zwar auf den Grundlagen der klassischen Malerei, finden sich dann aber in das Objekthafte der Dreidimensionalität überführt. Hiermit verdichtet Wakultschik die Begegnung zwischen Werk und Betrachter. Da es sich bei seinen Bildern meist um frontale Porträts handelt, entstehen geradezu hypnotische, direkte Blickkontakte.

Maxim Wakultschik

Perfekt konzipiert und produziert, sind Wakultschiks Bilder auf die Interaktion mit dem Betrachter ausgerichtet.


KOMPLEXE WERKE VON ENORMER DETAILTIEFE.
Eine enorme Neugier und Experimentierfreude lässt den Künstler immer wieder neue Produktionstechniken und auch Farben entwickeln. Bereits im Alter von elf Jahren wurde sein künstlerisches Talent entdeckt und in der Folgezeit gezielt gefördert. Bis zum Ende der Sowjetunion befasste sich Wakultschik am Weißrussischen Lyzeum der Künste mit den Grundlagen der klassischen Kunst und der Malerei. Ab 1992 absolvierte er zunächst bei Beate Schiff, dann bei Jannis Kounellis das Studium der Freien Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf. Hierbei entdeckte er seine Faszination für das Räumliche – Objekte, Skulpturen und Reliefs. Bis zum heutigen Tag entsteht Wakultschiks Kunst im Spannungsfeld zwischen Malerei und Objektkunst, den beiden Polen seiner Ausbildung.

Je nach Bedarf kombiniert er Werkstoffe wie Papier, Plexiglas, Metall oder Holz mit den klassischen Malerei-Materialien Leinwand, Öl und Acryl. So lässt er Werke entstehen, die sich dem Betrachter nicht auf Anhieb erschließen. Verwirrend komplexe Arbeiten, die in ihrer Detailtiefe schon dann anders wirken, wenn man nur leicht die Position vor dem Werk verändert. Was in unmittelbarer Nähe noch als klar erkennbares Bild lesbar war, erweist sich aus weiterer Entfernung als Illusion und umgekehrt. Perfekt konzipiert und produziert, sind Wakultschiks Bilder auf die Interaktion mit dem Betrachter ausgerichtet. Sie laden ihn ein zur stetigen Auseinandersetzung und machen eine endgültige Entschlüsselung unmöglich.

WAKULTSCHIK BEGEISTERT KUNSTFREUNDE IN ALLER WELT Budapest, Genf, Houston, London, Los Angeles, Mykonos, Portocolom auf Mallorca:  Die Liste der Orte, an denen Maxim Wakultschik seine Kunst im Laufe der beiden vergangenen Jahrzehnte präsentiert wurde, ließe sich beinahe endlos fortsetzen. Dass diese Orte sich über den gesamten Globus verteilen, verdeutlicht seine Anziehungskraft seiner Arbeiten und nicht zuletzt auch ihre Nachfrage. Mittlere fünfstellige Summen sind aufzubringen, um sich den Wunsch eines Ankaufs zu erfüllen.

Mit Unterstützung des Europäischen Kulturzentrums werden im Rahmen der Venedig Biennale seine Werke Algol und Algol I in der Ausstellung »Personal Structures« im repräsentativen Palazzo Morra im Zentrum Venedigs vom 11. Mai bis zum 24. November 2019 zu sehen sein.

Das Gespräch führte: Daniel Janzen

RANDOM DATA, CODIERT IN MENSCHLICHEN SYSTEMEN – Ein Atelierbesuch bei Tamara K. E.
Arrow right
Highlights

Kunstwerke

Alle ansehen