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Meister der durchgängigen Linie - Andrés Ribon Troconis

Aktuell gilt er hierzulande zwar noch als ein Geheimtipp, er ist aber auf dem besten Wege, auch bei uns den Kultstatus zu bekommen, den er bereits in seiner Heimat Kolumbien genießt. Dass Andrés Ribon dazu das Potenzial hat, scheint unbestritten.

Autor:
Daniel Janzen
Art Consultant

Gerade online spricht sich Andrés Kunst derzeit rasend schnell herum. Sein nur 100 Beiträge umfassender Instagram-Account erfreut sich schon 50.000 Follower. Auch bekannte Marken wie ein beliebter Sportartikelhersteller sind bereits auf ihn aufmerksam geworden. Gemeinsam mit dem Künstler produzieren sie Sonderauflagen ihrer Produkte, die durch seinen schon jetzt unverkennbaren und enorm wiedererkennbaren Stil einen zusätzlichen Reiz erhalten.

Der Grund für diese stetig wachsende Beachtung ist sein einzigartiges Talent – er ist ein Meister der ununterbrochenen Linie. Seine ausdrucksstarken und bezaubernd verschlungenen Zeichnungen von Frauenkörpern, Umarmungen, lachenden Gesichtern oder traurigen Augen kreiert er meist mit nur einem Stift- oder Pinselstrich. Vermeintlich simpel und mit einem Minimum an Strichen ein Maximum an Botschaft zum Ausdruck bringen – man kann verstehen, warum der Künstler vielfach mit dem Stil des großen Pablo Picasso in Verbindung gebracht wird. Für den Großteil seiner Zeichnungen setzt der Kolumbianer Stift oder Pinsel nur ein einziges Mal an und erschafft so seine charakteristischen Werke. Bei seinen Ausstellungen in der südamerikanischen Heimat malt er häufig live vor Publikum und wird dabei wie ein Popstar gefeiert. 

“I allow the ink to run, my hands to dance, my lines to surprise me – I feel fear but I continue…“

Andrés Ribon Troconis

Wer hinter seiner bevorzugten Technik allerdings ein Minimum an Aufwand vermutet, liegt gründlich daneben. Gerade weil der Künstler mit möglichst wenigen Strichen zum Ziel gelangt, braucht seine Form des Malens eine akribische Vorbereitung. Im Idealfall weiß er schon zu Beginn auf den Zentimeter genau, welchen Weg Stift oder Pinsel nehmen werden. Hier kommt ihm sein Beruf des Wirtschaftsingenieurs zugute, in dem ebenfalls eine exakte Planung unerlässlich ist und dem er wohl seinen Drang zur Kreativität als Ausgleich zum trockenen Alltag zu verdanken hat. 

Der junge (23 Jahre) Kolumbianer aus Bogota wuchs bei seiner Mutter und Großmutter auf und schwärmt noch heute davon, wie die beiden wichtigsten Bezugspunkte aus ihm einen liebenswerten und selbstbewussten Menschen gemacht haben. Als Hommage an die Frauen stellen viele seiner Motive Frauenkörper dar. Jede Frau, so sagt Andrés, ist auf ihre Weise perfekt. Die oberflächlichen Fehler wie zu dick, zu dünn, zu groß oder zu klein spielen für ihn keine Rolle. Er möchte die Frauen mit seinen Werken daran erinnern, wie wunderbar und wertvoll sie sind, auch wenn sie manchmal unsicher wirken und Schwächen offenbaren. Er hebt die weibliche Schönheit immer auf eine ihm besondere Weise hervor und äußert sich neben der Malerei auch poetisch, um über das Leben, die Liebe und viele Situationen in der Gesellschaft zu berichten. Mit der Kunst hat er eine neue Sprache gefunden, mit der er ausdrücken kann, was er fühlt und denkt und mit der er über die täglichen Probleme reflektieren kann. Aus jedem Fehler den man begeht, sieht er eine Chance, das Beste daraus zu machen, so dass am Ende alles einfacher erscheint als zu Beginn.

“Art became for me a language, a new idiom; An opportunity to express all that I feel and think. It is also a tool of change and social impact because through art you can question and reflect on the different problems and scrouges that we live every day.”

Andrés Ribon Troconis

Als Andrés Ribon 2019 zum ersten Mal nach Deutschland kam und im Museum in München stand, brach es förmlich aus ihm heraus. Er fing an zu weinen, weil er sich darin bestätigt sah, sich seinen größten Traum zu erfüllen und einmal selbst in einem Museum seine Kunst auszustellen. Auf dem Weg, seinen größten Traum näher zu kommen und einmal seine Kunst in einem Museum ausstellen zu können, konnten wir den sympathischen Südamerikaner in Kooperation mit der Rheinischen Post nun unterstützen. Ende 2019 präsentierte Andrés seine Werke in einer kleinen Ausstellung erstmalig dem deutschen Publikum. In Düsseldorf konnten geladene Gäste verschiedene Werke des Künstlers bewundern und in gemütlicher Atmosphäre mit dem Künstler ins Gespräch kommen.

Als wir uns am Tag nach seiner erfolgreichen Ausstellung in unseren Büroräumen treffen und die Unikate von Andres in unserem Showroom platzieren, fällt die ganze Anspannung von ihm ab. Vorbei ist die Aufregung nach seinem alleinigen Flug nach Deutschland, die Probleme beim Zoll, der die Kisten mit den Gemälden vorerst zurückgehalten hat (schwere Kisten eines jungen Kolumbianers aus Bogota – ein Schelm, wer böses dabei denkt!) und die Nervosität erstmals seine Werke vor deutschem Publikum zu präsentieren und während der Ausstellung eine kleine Ansprache in seinem sympathisch gebrochenen Englisch zu halten. Aber ein kleines Nickerchen auf unserem Büro-Sofa, ein kühles Bier und ein abschließender Besuch eines Bundesliga-Fussballspiels im Stadion von Mönchengladbach haben die anfänglichen Strapazen vergessen gemacht. Ein besonderes Erlebnis für einen ganz normalen und bescheidenen, aber hochtalentierten jungen Mann. Aber auch für uns war es eine schöne und ereignisreiche Zeit während seines Aufenthaltes in Deutschland. Wir freuen uns sehr, dass wir Andrés exklusiv bei MEET PABLO auf seinem künstlerischen Weg begleiten können.

Zum Abschluss gibt es noch ein kleines Geschenk für uns: auf einem DINA4-Blatt malt er uns spontan einen kleinen Abschiedsgruß. Einen echten Andrés, den wir in Händen halten und unser Eigen nennen können. Vielleicht ein potenzielles und wertvolles Meisterwerk. Dann die kleine Ernüchterung: das Werk ist nicht signiert…..

MEET PABLO auf der ART BASEL MIAMI BEACH
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