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Kunst auf Kreuzfahrtschiffen - unüberwindlicher Gegensatz oder befruchtende Symbiose?

Wie man Kunst auf Kreuzfahrtschiffen richtig positioniert und verkauft, lassen wir uns heute von Nicola Hannappel vom Innovation Management bei TUI erklären und besuchen die smarte Marketing- und Kunstexpertin auf einem der Kreuzfahrtschiffe aus der „Mein Schiff“-Flotte.

Autor:
Daniel Janzen
Art Consultant

Eine Momentaufnahme am Beispiel der Mein Schiff-Flotte von TUI Cruises

Seit 2015 ist Nicola Hannappel hauptverantwortlich für die ausgestellte Kunst auf den Schiffen der TUI Cruises und kann uns aus erster Hand über die Vorzüge der Kunst auf den Schiffen sowie die aufwendige und umfangreiche Planung berichten.

Direkt beim Betreten der Eingangshalle von „Mein Schiff 5“ überkommt uns eine unglaubliche Wohlfühlatmosphäre. Liegt dies nur an der unbeschwerten Urlaubsstimmung, oder doch an dem perfekt eingerichteten Eingangsbereich? Hier merkt man sofort, dass Themen wie Freiraum, Großzügigkeit, Qualität und individueller Service beim Touristikkonzern TUI groß geschrieben werden. Nicola Hannappel begrüßt uns freundlich, greift sofort das Thema Kunst auf und erklärt, dass nahezu alle Bereiche des Schiffes wie Eingangsbereich, Kabinen, Korridore, Decks oder Restaurants ein über Jahre ausgeklügeltes Kunstkonzept verfolgen. Dabei werden die verschiedenen Schiffsbereiche nach bestimmten Themen, Kunststilen oder Produktionsarten gestaltet. Eine planerisch und logistisch immens große Aufgabe, die für jedes Kreuzfahrtschiff im Vorfeld zu bewältigen ist. An die 6000 Kunstwerke gilt es so pro Schiff zu verplanen und zu beschaffen – alles unter der Prämisse, kein Bild auf dem Schiff doppelt zu präsentieren! Um dieses aufwendige Unterfangen zeitlich einordnen zu können: von der Planung des Schiffes bis zur Jungfernfahrt vergehen in der Regel 5 Jahre von denen sich die entsprechenden Teams die Hälfte der Zeit intensiv mit dem Thema Innenarchitektur und Kunst auseinander setzen.

So wie die Schiffskonzeption der derzeit 6 Mein Schiff-Kreuzfahrtschiffe bei TUI Cruises, so auch die Kunstauswahl beim Touristikkonzern: immer etwas Innovatives, etwas Besonderes, das den Passagier beeindrucken soll. So z.B. die höheren Decken, damit sich die Urlauber nicht wie auf einem Schiff, sondern eher wie in einem Hotel fühlen. Oder die lichtdurchfluteten Korridore und vielen Fenster, die für eine offene und angenehme Atmosphäre sorgen und den speziellen Charakter der TUI-Schiffe hervorheben. Auch bei der Kunstauswahl verfolgt TUI diesen Weg: sei es der besondere Kunststil oder ein derzeit besonders begehrter Künstler – es gibt sogar Kunden, so Nicola Hannappel, die extra wegen der ausgestellten Kunst eine Reise bei TUI buchen. Mit ihren einschlägigen Kontakten und ihrem hausinternen Kunst-know-how gelingt es dem Touristikkonzern immer wieder, mit den Exponaten auf den Schiffen für Aufsehen zu sorgen und die Karrieren der Künstler maßgeblich zu unterstützen.

Daniel Janzen u. Nicola Hannappel

Zwar ist durch die ständige, aber dezente Präsenz der Kunst in den verschiedenen Schiffsbereichen der Einstieg ins Kunstthema für den Passagier schon leicht. Das ausgeklügelte und sich von Mitbewerbern abhebende Kunstkonzept während der Fahrt hilft den Passagieren aber darüber hinaus, sich bei Interesse mit dem Thema Kunst intensiver auseinander zu setzen. Um den Urlaubern das Thema Kunst näher zu bringen, fährt immer mindestens ein Künstler auf der bis zu 4 Monaten andauernden Fahrt auf den Schiffen mit.

Mit Vorträgen, persönlichen Treffen oder Workshops können Kunstinteressierte tiefer in das Kunstthema eintauchen und Fragen zu Werken, Künstlern oder Kunststilen stellen. Auch ein digitaler Rundgang ist jederzeit möglich, um sich über Künstler und Exponate näher zu informieren. Besonderes Highlight auf jedem Mein Schiff ist die Galerie-Bar, in der meist die größten Kunstwerke an Bord ausgestellt sind, die dann in besonderer Umgebung auf die Gäste wirken können. Eine Galerie, wie man sie vom Festland kennt, darf natürlich ebenfalls nicht fehlen. Hier werden alle Exponate zum Kauf angeboten und es dem Passagier leicht gemacht, sich eine hochwertige Erinnerung an den Urlaub oder einfach ein dekoratives Element mit nach Hause zu nehmen. Laut Nicola Hannappel wird diese Möglichkeit auch zahlreich in Anspruch genommen, zumal das zollfreie Einkaufen auf hoher See seinen besonderen Reiz hat. Ganz nebenbei erfüllt die Kunst auch einen ganz pragmatisches Ziel: sie dient als Orientierungshilfen für Passagiere, um sich auf den zahlreichen Decks und Korridoren besser zurecht zu finden. 

Nicht nur der Ruf oder der Charakter der Kreuzfahrt hat sich im Laufe der über 100 Jahren alten Kreuzfahrttradition geändert – weg vom verstaubten Rentnerimage, hin zur Eventfahrt, die sowohl für Ruhesuchende mit großzügigen Spa-Bereichen als auch für Aktivreisende mit umfangreichen Sportangeboten ein breites Spektrum bedient – auch der künstlerische Anspruch auf den Schiffen ist bedeutsam gestiegen. Vorbei sind die Zeiten, in denen die ausgestellten Kunstwerke lediglich zu dekorativen Zwecken dienten. Hochwertigere und besondere Kunst steht heutzutage eher im Focus der Kreuzfahrtanbieter. So werden immer weniger Editionen und zunehmend mehr Unikate für die Ausstattung der Schiffe herangezogen. Auch Skulpturen erhalten vermehrt Einzug auf die Schiffe. So ist der Gesamtwert der exponierten Kunst je Kreuzfahrtschiff in den letzten Jahren immens gestiegen. Schätzungsweise beläuft sich der Kunstwert aller Exponate auf den weltweit fahrenden Kreuzfahrtschiffen auf über eine Milliarde Euro – in gewisser Weise auch eine Art von Statussymbol für die Touristikkonzerne.

Kunst und Kreuzfahrtschiffe sind also keine sich ausschließende Komponenten. Ganz im Gegenteil: TUI Cruises macht es mit ihrer „Mein Schiff“-Flotte vor, wie man durch ein durchdachtes Konzept den Passagier mit der Kunst zusammen bringt und Kunst auf Schiffen erfolgreich verkauft. Das überwiegend positive Feedback der Urlauber sowie die Verkaufszahlen geben ihnen Recht!

Vielen Dank Nicola Hannappel für das nette Gespräch. Wir von MEET PABLO wünschen Euch auch in Zukunft eine glückliche Hand bei der Auswahl der passenden Kunst und weiterhin gute Geschäfte!

Das Gespräch führte Daniel Janzen.


MEET PABLO verkündet Neuzugang!
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