ZURÜCK AUF DEM PARKETT

Rüdiger K. Weng, Vorstand der Weng Fine Art AG

NACH DEM DE-LISTING IM JAHR 2016 FOLGT NUN DAS RE-LISTING: DIE »WENG FINE ART AG« ERHÄLT DIE ZULASSUNG ZUM QUALITÄTS- SEGMENT DER BÖRSE MÜNCHEN.

Und dann ging es ganz schnell.

Nicht einmal vier Wochen lagen für die Weng Fine Art AG zwischen einem ersten Orientierungsgespräch und der Erfüllung aller Anforderungen, die die Börse München für die Einbeziehung in den Freiverkehr stellt. Nachdem sich vor allem das in der Schweizer Tochtergesellschaft WFA Online gebündelte E-Commerce-Geschäft als skalierbar erwiesen hatte, sahen Vorstand und Aufsichtsrat die Voraussetzungen für einen erneuten Börsengang gegeben. Der Aufnahme der Börsennotierung im Qualitätssegment »m:access« stand somit nichts mehr im Weg. Das gründergeführte Kunsthandelsunternehmen war eines von über 100 Unternehmen, die sich im Rahmen regulatorischer Änderungen im Jahr 2016 vom Kapitalmarkt zurückgezogen hatten.

Mit dem Comeback in diesem Frühjahr ist die international agierende Weng Fine Art AG die erste deutsche Aktiengesellschaft, die auf das Parkett zurückgekehrt ist. Entsprechend froh zeigte sich Vorstand Rüdiger K. Weng: »Das Re-Listing reflektiert und belohnt die erfolgreiche Weiterentwicklung des Unternehmens. Gleichzeitig erhalten die Aktionäre, die uns nach dem Abschied aus dem Entry Standard zwei Jahre lang die Treue gehalten haben, wieder eine Möglichkeit, den seither deutlich gestiegenen Unternehmenswert zu realisieren.«

Die Weng Fine Art AG gehört zu den kapitalstärksten Kunsthandelsunternehmen in Kontinentaleuropa. In ihrem Stammgeschäft beliefert sie große internationale Auktionshäuser sowie namhafte Händler und Galerien vor allem mit Werken international renommierter Künstler des 20. Jahrhunderts. Unter diesen Künstlern sind zum Beispiel Andy Warhol, Gerhard Richter, Pablo Picasso oder Jeff Koons.

Everything Art – Interview mit Graham Newhall

Kunstmarkt, digitale Bildungsstätte, Messeplaner: zu Besuch im Hauptquartier von Artsy

Wenn Graham Newhall spricht, sind seine Hände ständig in Bewegung. Weit holen sie aus, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen. Tatsächlich passt es ganz hervorragend, dass Newhall vornehmlich große Gesten in die Luft malt. Das Unternehmen, von dem er gerade erzählt und dessen Sprecher er ist, hat sich nicht gerade vorgenommen, kleine Brötchen zu backen. Artsy ist auf dem besten Weg, den Kunstmarkt im großen Stil ins Digitale zu holen. Und dort im Netz möchten die Verantwortlichen den Markt nicht nur abbilden, sie möchten zu weiten Teilen der Markt sein. „Wir verstehen es als unsere Mission, allen Menschen mit Internetanschluss jederzeit Zugang zur Kunst der gesamten Welt zu bieten“, gibt Graham Newhall zu Protokoll, während weit unter seinem Fenster der Alltag von Manhattan pulsiert. Mit lichtdurchfluteten Räumen in den obersten drei Stockwerken am Broadway 401 verfügt Artsy über ein Firmenhauptquartier, das gleichermaßen zum an- wie zum herausschauen einlädt. Erneut holen Newhalls Hände weit aus: „Unser Ziel wiederum ist es, dass sich jeder beim Thema Kunstkauf zu allererst bei uns bedient.“

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CLOSE-UP UND TOTALE – Atelierbesuch bei Katharina Sieverding

Düsseldorf-Pempelfort, 26. Februar 2018: In ihrem Showroom, der sich unweit ihres Studios in einem klassischen Back- steinbau befindet, bin ich heute mit Katharina Sieverding verabredet.

Das Gebäude dient sowohl als Depot und Präsen- tationsfläche ihrer Arbeiten sowie als Treffpunkt für ihre Öffentlichkeitsarbeit. Wir betreten gemeinsam den Eingangsbereich, schlängeln uns vorsichtig an den an der Wand lehnenden Arbeiten vorbei und befinden uns zunächst im wunderschön gestalteten Treppenhaus. Bereits hier sind einzelne ihrer berühmten Selbstportraits zu sehen. Der Showroom selbst verkörpert dann das, was Katharina Sieverding mit Raumkunst umschreibt. Die gigantischen Großformate entfalten eine Wirkung wie cineastische Leinwände und saugen den Betrachter gera- dezu in sich hinein. Auch der für das Kino typische Subtitle ist hier präsent, jedoch nicht unter, sondern mitten auf der Bildfläche.

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Kunst für eine bessere Welt – Reportage über Leon Löwentraut

SEINE RASANT BUNTEN BILDER BEGEISTERN KUNSTFREUNDE IN ALLER WELT. UND LEON LÖWENTRAUT STELLT SEINE POPULARITÄT IN DEN DIENST DER GUTEN SACHE: SEIT KURZEM BEKLEIDET DER ERST 20-JÄHRIGE AUSNAHMEKÜNSTLER DIE ROLLE EINES UNESCO-BOTSCHAFTERS.

Paris, Anfang April 2018: In der Zentrale der UNESCO am Place de Fontenoy ist ein blonder junger Mann aus Deutschland zu Gast.

Einmal mehr stehen Leon Löwentraut und seine Bilder im Mittelpunkt einer Veranstaltung. Und obwohl der ob seines Alters und seines überbordenden Talents oft als Wunderkind apostrophierte Maler im Lauf der letzten Jahre schon einiges an Ausstellungseröffnungen erlebt hat, ist dieser Termin am frühen Abend doch etwas ganz Besonderes für ihn. Insgesamt 17 Bilder enthüllt er hier und heute, allesamt Teil der Kampagne »Art for Global Goals«, die sich die Unterstützung der Entwicklungshilfe auf die Fahne geschrieben hat.

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Konzepte des Sammelns am Beispiel der Sammlung Viehof

Mein Weg führt mich heute in die Villa Hecht in Mönchengladbach, den Firmensitz der Vibro Gruppe. In der repräsentativen Gründerzeitvilla Villa treffe ich Eugen Viehof, einen der drei Brüder der Sammlung Viehof, die als eine der bedeutendsten deutschen Privatsammlungen zeitgenössischer Kunst gilt. In den Deichtorhallen Hamburg waren 2016 an zwei Standorten erstmals 650 der über 1000 Werke präsentiert worden, die nach Auflösung der Gemeinschaftssammlung Rheingold (2002 – 2014) das neue Konvolut definieren.

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,IN EWIGKEIT’. Ein Kunstprojekt von Dalinc Dereköy und Carsten Sander

Initiator Dr. Dalinc Dereköy

Ist es möglich in einer Zeit, die durch gewaltsame religiöse Auseinandersetzungen geprägt ist, verschiedene Glaubensgemeinschaft innerhalb eines Kunstprojekts zu vereinen? Die Antwortet lautet „Ja“, wie das Projekt ,IN EWIGKEIT’, fotografiert von Carsten Sander, auf eindrucksvolle Art und Weise bestätigt. Um Teil einer gemeinsamen Ausstellung zu werden, öffneten katholische, evangelische, griechisch-orthodoxe, buddhistische, sunnitische, muslimische und jüdische Glaubensgemeinschaften unterschiedlichster Nationalitäten ihre Gebetshäuser. Sie erlaubten darüber hinaus, dort während der jeweiligen Messen zu fotografieren. Initiator dieser ungewöhnlichen Idee ist Dr. Dalinc Dereköy, Vorsitzender des KDDM (Kreis der Düsseldorfer Muslime).

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Zum Ersten, zum Zweiten, und … – das Auktionshaus VAN HAM

INTERVIEW MIT MARKUS EISENBEIS

Auktionshäuser zählen zu den wichtigsten Plattformen des Kunstmarktes. Ein Grund für uns, VAN HAM, eines der erfolgreichsten Häuser Deutschlands zu besuchen. Im Süden Kölns, im Stadtteil Raderthal, befindet sich der erst 2014 bezogene Neubau. Die Architektur lässt hier eher ein Museum vermuten als ein Auktionshaus. Der geometrisch gegliederte Baukörper mit seiner klaren Linienführung, den riesigen Fensterflächen und dem weiß gestrichenen Mauerwerk zitiert die klassischen Formvorgaben der Moderne. Dass auch – ganz im Sinne der Moderne – die Funktion das Raumprogramm bestimmt hat und welch vielfältige Funktionen hier unter einem Dach erfüllt werden, erklärt mir der geschäftsführende Gesellschafter Markus Eisenbeis.

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Auf dem Spielplatz Meese – Atelierbesuch bei Jonathan Meese

Berlin, 3. Februar 2017: Nur schemenhaft nehme ich den Gebäudekomplex des stillgelegten Wasserpumpwerks Prenzlauer Berg wahr. Zu sehr bin ich damit beschäftigt, die Sprechanlage zu hypnotisieren, nachdem ich den Klingelknopf gedrückt habe. Das fröhliche: „Hallo. Kommt rein!“, lässt mich aufatmen. Das Tor wird elektrisch geöffnet. Erst jetzt realisiere ich die wunderschönen klassizistischen Backsteinfassaden der Industriebauten, die gusseisernen, in Sprossen unterteilten Fabrikfenster, den schlanken Turm, der sich dem Himmel entgegenstreckt. Doch wohin jetzt, frage ich mich ein wenig verloren. Eine Tür öffnet sich und da steht er. Jonathan Meese in seiner allseits bekannten Uniform: Schwarze Hose, schwarze Adidas-Trainingsjacke. Meese, das – so die allgemeine Formulierung in der Presse – „Enfant terrible der Kunstwelt“ oder auch der „Skandalkünstler“. Davon ist im Moment aber auch wirklich gar nichts zu spüren. Herzlich werden wir begrüßt und hereingebeten.

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ART DÜSSELDORF. Eine neue Messe für zeitgenössische Kunst.

INTERVIEW MIT WALTER M. GEHLEN

Nach 18 Jahren des Stillstandes findet im November dieses Jahres erstmals wieder eine Kunstmesse für zeitgenössische Kunst in Düsseldorf statt. Veranstaltungsort der neuen ART DÜSSELDORF sind die historischen Hallen des „Areal Böhler“. Mit ihrer eindrucksvollen Industriearchitektur bilden diese den atmosphärischen Rahmen der neuen Messe. Ein neues Konzept bildet den inhaltlichen Rahmen. Ich spreche mit Walter M. Gehlen, der als Co-Direktor zusammen mit Andreas Lohhaus für die ART DÜSSELDORF verantwortlich ist.

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