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Stephan Balkenhol

Maler, Bildhauer, Deutschland

Stephan Balkenhol ist wohl einer, wenn nicht der begehrteste Künstler, wenn es um Holzskulpturen geht. Der deutsche Künstler gilt als wegweisend für seine zeitgenössischen Figuren, welche er aus einem ganzen Holzblock schlägt. Seine Motive, oft anonym, lässt er bewusst ungeschliffen und lässt so den Betrachter die Möglichkeit, die Kunst zu Ende zu denken. Dass der Künstler auch vor anspruchsvollen Aufgaben nicht zurück schreckt, hat er in der Vergangenheit bewiesen, als er exklusiv für MEET PABLO eine Aquagravur in bis dahin noch nie da gewesener Größe herstellte, ein absolutes Meisterwerk.

„Ich bevorzuge das direkte, das sinnliche umgehen mit dem Material.“ STEPHAN BALKENHOL

 

Stephan Balkenhol ist eine Ausnahmefigur in der zeitgenössischen Kunst. Als Holzbildhauer, der traditionell arbeitet und dessen Figuren in der Regel recht alltäglich erscheinen, wurde er zu einem der bekanntesten Künstler der Gegenwart. Man könnte ihn guten Gewissens einen Superstar der zeitgenössischen Kunst nennen, wenn das für den bescheidenen und eher im Hintergrund agierenden Arbeiter Balkenhol nicht ein unpassendes, weil zu protziges Etikett wäre.

 

Der 1957 im hessischen Fritzlar geborene Balkenhol studierte u.a. bei Ulrich Rückriem, einem radikalen Minimalisten seiner Zeit. Anders als sein Lehrer und die meisten ihn umgebenden Kunstströmungen arbeitete Balkenhol von Anbeginn an konsequent gegenständlich. Als künstlerisches Personal formulierte er früh verschiedene Typen schlicht wirkender, alltäglich gekleideter Jedermänner und -frauen. In einem unermüdlichen Schaffensprozess entstehen seither Bildnisse zumeist oft stehend oder sitzend gezeigter Frauen und Männer oder klassisch anmutende Akte.
Jede Skulptur schlägt Balkenhol aus einem einzigen Holzstamm. wobei er den unteren Teil des Stammes gleich zum mit der Figur verbundenen Sockel verarbeitet. Dann werden die Skulpturen, deren Oberflächen ungeglättet bleiben und noch den Duktus von Stemmeisen und Schaber zeigen, ganz oder teilweise von ihm bemalt. Legendär sind auch seine Tierdarstellungen wie die Pinguine im Museum für Moderne Kunst in Frankfurt oder die lebensgroße Giraffenplastik vor dem Tierpark Hagenbeck in Hamburg. Viele seiner Holzskulpturen und Bronzeplastiken stehen nicht nur in internationalen Museen, sondern oft auch auf öffentlichen Plätzen weltweit.

 

Balkenhol variiert stets ähnliche Figurentypen zu unprätentiös dastehenden Personifikationen, die eher abwartende als handelnde Menschen zeigen. Nur gelegentlich irritieren sie den Betrachter durch veränderte Proportionen, beigefügte Attribute oder zum Beispiel durch eine Doppelköpfigkeit. Diese Figuren bekommen plötzlich etwas Surreales, manchmal Humoristisches, sie haben etwas zu erzählen. Generell zeigt Balkenhol keine Akteure und auch keine keine Prominenz, keine mythologisch oder religiös besetzten Charaktere. Eher wirken die Menschen kontemplativ und in stiller Würde das Geschehen um sie herum von ihren Podesten, Sockeln oder Plattformen aus beobachtend. Sie werden für den Betrachter zu Zeugen eines Alltags, der sich um sie entfaltet und damit zu seinen skulpturalen Stellvertretern. im öffentlichen Raum.

 

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Finale einer Pionierarbeit – Atelierbesuch bei Stephan Balkenhol

Kunstwerke