02161-6398000

Lea Fricke

Malerin, Deutschland

Schon in Ihrer Kindheit hatte die junge Künstlerin aus Straelen in NRW bereits einen sehr engen Bezug zur Natur und den Wunsch, Meeresbiologin zu werden. Nicht verwunderlich also, dass sich in den beeindruckenden fotorealistischen Werken viele Bewohner der Ozeane wiederfinden. Besonders die Kraken, die als die intelligentesten Tiere auf unserem Planeten gelten, haben es ihr angetan. Nicht selten sitzt die naturverliebte Botanikerin mehr als 160 Stunden an ihren großformatigen Werken, woran man sehr eindrucksvoll merkt, dass die Künstlerin vieles im Leben ihrer Kunstpassion unterordnet. Das Wort Naturtalent bekommt wegen des engen Bezuges ihrer Bilder zur Natur eine doppelsinnige Bedeutung. Mit ihren akribischen und detailgetreuen Bildern möchte die Künstlerin zeigen, was für wunderbare und facettenreiche Tiere Kraken sind und dass sie nur ein Beispiel für all die wundervollen Kreaturen unter der Meeresoberfläche sind – eine Hommage an die Meere und unsere Natur, die es zu schützen gilt.

Eine Ode an die Kraken von Lea Fricke:

Kraken haben mich schon seit je her begeistert. Schon im Kindergarten hat sich meine Faszination für Tiere dadurch geäußert, dass ich in den Pausen meist allein, mit einem Lupenglas bewaffnet, das ich um den Hals trug, über den Spielplatz gestratzt bin und nach Tieren Ausschau gehalten habe, die ich untersuchen konnte. Ob Regenwürmer, Käfer oder Raupen: Alles, was krabbelte zog mich in seinen Bann, manchmal sehr zur Verzweiflung meiner lieben Mutter.

Nicht nur, dass ich die kleinen Krabbeltiere oftmals mit nach Hause gebracht habe, weil ich dachte dort hätten sie es besser als draußen in der Erde, auf dem Höhepunkt meines kindlichen Aktivismus habe ich dann auch noch aus Klopapierrollen und Post It ́s kleine Käferhäuser gebaut, die bald den ganzen Boden meines Kinderzimmers besiedelten. Es kam leider nicht selten vor, dass meine Mama den ein oder anderen Regenwurm aus der Waschmaschine fischen musste, den ich vor Begeisterung in meine Hosentasche gesteckt und dort vergessen hatte.

Die Liebe zu den Oktopussen kam in der Grundschule dazu. Das Meer übte schon immer eine gewaltige Anziehung auf mich aus. In unseren Urlauben verbrachte ich die meiste Zeit im Wasser und mein Traumberuf war es damals, Meeresbiologin zu werden.
Dieser Traum musste dann irgendwann der Realität weichen, dass man als Meeresbiologe in Deutschland doch eine recht Bescheidene Auswahl an „Meer“ hat. Aber das ist eine andere Geschichte.
Der Oktopus-Wahnsinn nahm also in der Grundschule seinen Lauf, ich malte Bilder mit Kraken, Weihnachtskarten mit Kraken und neben meiner kindlichen Unterschrift, die man damals nur für Geburtstagskarten gebraucht hatte, prangte auch lange das Abbild eines kleinen Kraken.

Mein Taschengeld ging anstatt für Puppen für Ozean- und Kraken-Bücher drauf und dabei lernte ich so viel über diese wirbellosen Kreaturen, dass ich mich immer mehr in sie verliebte.
Hier nur ein paar Beispiele, warum diese Tiere für mich so faszinierend und liebenswert sind:

-Kraken sind mit die intelligentesten Tiere auf unserem Planeten. Durch ihre verschiedenen Beutetiere haben sie unterschiedlichste Taktiken entwickelt, um ihr Futter möglichst effizient und schnell zu fangen.

-Auch gegen Räuber ist der Krake gut aufgestellt, er kann sich durch seinen wirbellosen Körper nicht nur durch kleinste Löcher zwängen, er kann Farbe und Form seines Körpers sogar der Umgebung anpassen und sich so fast unsichtbar machen. Klappt das alles nicht, schützt er sich mit Muscheln oder Steinen, oder vernebelt seinem Angreifer mit seiner schwarzen Tinte die Sicht.

-Obwohl Oktopusse Einzelgänger sind, wurden sie schon öfters dabei beobachtet, mit anderen Tieren zu spielen, was man sonst nur von sozialen Tieren kennt.

-Wenn ein Oktopus-Weibchen Eier legt, bedeutet dies das Ende seines Lebens. Das Weibchen kümmert sich so gut um Ihre Eier, beschützt sie und putzt diese jeden Tag, ohne dabei ihre Höhle zu verlassen. Wenn die winzig kleinen Kraken dann geschlüpft sind, ist das Weibchen so ausgezehrt, dass es kurz darauf stirbt. Es hat sein Leben für das seiner Kinder hergegeben.

-Fun Fact: Oktopus Männchen haben keinen Penis, sondern einen speziellen Sex arm. Bei der Paarung stecken sie diesen in das Weibchen und übertragen ein Sperma Paket. Eine lustige Vorstellung.

So viel zum Faktencheck, jetzt geht es weiter im Text. Grade 18 geworden musste nun endlich das lang gewünschte Kraken-Tattoo daher, welches nun mein Bein ziert. (Meine arme Mutter erfuhr erst einen Tag vorher davon).

Da es das Meeresbiologie-Studium nun erstmal nicht geworden ist, widme ich mich meinen Lieblingstieren durch die Kunst, die mich auch schon mein ganzes Leben begleitet.

Durch meine Bilder möchte ich zeigen, was für wunderbare und facettenreiche Tiere Kraken sind und dass sie nur ein Beispiel für all die wundervollen Kreaturen unter der Meeresoberfläche sind, deren Lebensraum es zu schützen gilt. Ich wünsche mir, mit den Bildern bei dem Betrachter ebendiese Begeisterung für die Natur wecken zu können, die ich schon als Kind verspüren durfte.
Ich träume davon, mir nach meinem Studium eine Auszeit nehmen zu können, um die Kraken und deren Lebensraum weiter zu studieren und noch viel mehr dieser kleinen Wunder erleben darf, die sich in einem Lebensraum abspielen, der so anders ist als unserer:
Dem Meer

Kunstwerke